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Wasserleiten

Aktualisiert: 25. Nov. 2021

Bislang tragen wir das Wasser, das für den unmittelbaren Verbrauch durch Menschen und Katzen vorgesehen ist, in großen Flaschen aus dem Supermarkt zum Grundstück. Und für die Wässerung der zwischengelagerten Pflanzen wurde schon zweimal ein Tankfahrzeug bestellt. Aber auf Dauer kann das natürlich keine Lösung sein. Wenn nun in den nächsten Tagen der Beton geliefert werden soll, braucht es mehr Wasser, als wir zum Grundstück tragen können, da wäre eine Wasserleitung natürlich praktisch.

Noch praktischer sind zwei Wasserleitungen: Denn es gibt hier ja mehrere Arten von Wasser, und damit meine ich nicht bloß unser Trinkwasser im Gegensatz zum Salzwasser, das mal in unserem Pool schwappen wird. Es gibt hier das „Agro-Wasser“, das kostengünstig in speziellen Leitungen durch zumeist offen liegende Schlauchleitungen gepumpt, bevor es zur Bewässerung der Bäume und Pflanzen genutzt wird, und es gibt das teurere Trinkwasser, das üblicherweise in unterirdischen Röhren seine Bestimmungsorte erreicht. Zurzeit unterscheiden sich Agro- und Trinkwasser nicht in der Qualität, von Sivas her strömt sozusagen das gleiche Wasser unter verschiedenen Namen, aber in Zukunft wird sich das mal ändern, dann wird das Agro-Wasser kein Trink-, sondern aufbereitetes „Grauwasser“ sein.

Zum Bauen dürfen wir das sehr kostengünstige Wasser aus den Agro-Leitungen nicht benutzen. Überhaupt müssen wir zum Bauen mehr für das Wasser bezahlen: Mit der Bezugsmenge steigt der Kubikmeterpreis Wasser rapide an. In unser wasserarmen Gegend is Wasser ein kostbares Gut, da kann man nicht mit Rabatten für viel Wasserverbrauch belohnt werden. Aber wir wollen ja mit Wasser nicht nur bauen und das Wasser trinken, sondern auch ab und zu mal unsere Pflanzen und Bäume ein bisschen bewässern, also brauchen wir das Agro-Wasser und das Trinkwasser, und damit auch zwei Arten von Leitungen zu unserem Grundstück. Jetzt liegen bei uns zwar schon mal viele Röhren, aber Wasser strömt da nicht, manche Röhren sind ohnehin recht löchrig, und woher die Röhren eigentlich kommen und wohin sie führen, wissen wir auch nicht so genau.

Um das Agro-Wasser beziehen zu können, mussten wir uns erst einmal gegenüber jenem Amt, das für die Vergabe der Agro-Wasser-Anschlüsse zuständig ist, zu erkennen geben. Schon Anfang des Jahres waren wir daher im schicken Büro der zuständigen Behörde, TΟΕΒ in Tympaki, da haben wir uns als Grundstücksbesitzer ausgewiesen, angemeldet und die Nummern von gleich zwei Wasseruhren an zwei Verteilerstellen bekommen. Solche Verteilerstellen haben wir in unserer unmittelbaren Umgebung gleich mehrere, jede ausgestattet mit zahlreichen Wasseruhren und kleinen Hebelchen, an denen man das Wasser an- und abstellen kann, das von hieraus durch die Leitungen fließt. Wenn es denn Leitungen gibt.

Die Verteilstationen hatten wir also bereits längst identifiziert, und auch unsere persönlichen Wasseruhren gefunden, zunächst mal die für das Agro-Wasser. Für das Trinkwasser gibt es eine Anschlussstelle ein Stückchen weiter. Nun muss das eine Wasser und auch das andere Wasser zu uns kommen.

Vasilis, unser Bauingenieur, weiß natürlich auch hier Bescheid und kann das alles schnell organisieren, denn die Sache eilt: Der Beton ist schon bestellt, da brauchen wir Wasser auf dem Grundstück. Wir erkundigen uns gleich mal, ob das alles klappt mit der Verlegung der Leitungen, als wir an der Tankstelle stehen: Denn einer der Tankstelleninhaber hat auch ein Schlauchverlegungsgeschäft, deshalb liegen da kilometerlange Schläuche in verschiedenen Durchmessern hinter der Tankstelle, und, ja, dieser Tankstellenchef wird für die Schläuche

und auch dafür sorgen, dass ein kleiner Bagger heute, am Dienstag, die Zufahrt zu unserem Grundstück aufgräbt, mit Spezialgrabeschaufeln natürlich.

Unsere Freude ist entsprechend groß, als wir dann heute sehen, wie da dieser niedliche Bagger sich auf unser Grundstück hin zugräbt. Das geht langsam, aber sieht auf sympathische Weise emsig und beharrlich aus, der wird das Grundstück schon heute noch erreichen, da sind wir uns sicher. Und auch die Schläuche liegen schon bereit, das soll wohl etwas werden mit der Wasserleitung bis heute Abend. Natürlich werden wir uns auf den Weg machen und die Sache genauer besehen: Vielleicht nehmen wir dann gleich noch einen guten Schluck aus der Leitung, vielleicht tragen wir aber auch zumindest für heute Abend noch einmal eine Wasserflasche zum Grundstück. Aber vielleicht ist es heute dann doch eine Weinflasche, die wir dann besonders gerne tragen werden.



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