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Wasser. Raki.

Aktualisiert: 25. Nov. 2021

Auf Kreta gibt es gutes Wasser. In jedem noch so kleinen Laden in Zentralkreta gibt es kleine und große PET-Flaschen zu kaufen, entweder steht "ZAROS" darauf oder "ROUVAS" - manche Läden führen natürlich auch beide Marken - und beide enthalten sehr wohlschmeckendes Wasser aus den Quellen des Psiloritis'.


Nicht immer. Manchmal enthalten die Flaschen auch Raki.


Raki, auch Tsikoudia (τσικουδιά), ist ein Tresterbrand (nicht zu verwechseln mit dem türkischen Anisschnaps Raki) und dem in Mitteleuropa eher bekannten Grappa nicht unverwandt. Fast nach jedem griechischen Essen wird er serviert, darüber hinaus zu allen festlichen Anlässen, nicht-festlichen Anlässen und überhaupt allen Anlässen getrunken – und mitunter braucht es auch gar keinen Anlass.

Zu kaufen gibt es den Raki natürlich auch, zollfrei an den griechischen Flughäfen, zumeist steht "Haraki" auf interessant geformten Glasflaschen, mitunter mit Honig versetzt, international preisgekrönt und durchaus als Mitbringsel zu empfehlen. Aber ziemlich teuer ist dieser Schnaps, auch für mitteleuropäische Verhältnisse. In kretischen Supermärkten, selbst solchen mit reichhaltiger Auswahl, findet man diesen teuren "Haraki" dagegen eher selten. Das ist einfach erklärbar: Tsikoudia wird auf Kreta üblicherweise selbst gebrannt, sozusagen "privat" – und auch "privat" verkauft. Natürlich sehr viel günstiger als der "Haraki" am Flughafen. Zu kaufen gibt es diesen "Hausschnaps" dann abgefüllt in PET-Flaschen, auf denen bisweilen noch das Etikett "ROUVAS"oder "ZAROS" zu lesen ist. Es gibt ihn auch in kleinen Supermärkten, dort dann aber meistens unetikettiert.

Unser Gemüsehändler in Moires, der seinen Kunden, wenn sie danach fragen, ebenfalls Tsikoudia aus eigener Produktion anbietet, öffnet daher jede Flasche, bevor er sie für ein paar Euro verkauft: Nur die Riechprobe gibt letzte Sicherheit, ob die Flasche noch das Bergwasser aus den Quellen des Psiloritis' enthält – oder eben schon, in einer Art Zweitabfüllung, Raki.

Wir stellen uns manchmal vor, wie viele Gäste auf der Insel wohl schon aus Versehen für ihre Bergtour anstatt zu kretischem Bergwasser zu kretischem Tsikoudia im Ladenregal gegriffen haben (was bei einem grösseren Einkauf nicht unbedingt am höheren Preis zu merken ist), und dann erst durstig auf einer Bergwanderung ihrer Irrtum feststellen. Schon deshalb muss das hier noch einmal betont werden: Tsikoudia, kretischer Raki, löscht nicht unbedingt den Durst, ist aber meistens sehr wohlschmeckend, bekömmlich – kann vielleicht sogar manchen Unbill einer Bergwanderung durchaus überdecken und daher auch dann seine Nützlichkeit unter Beweis stellen.


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