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Salat-Waschmaschine und Unterwasserschloss

Aktualisiert: 25. Nov. 2021

Tatsächlich waren wir in den letzten Wochen mit der Eingabe unseres Vorhabens als Projekt für ein EU-Programm gut beschäftigt: Und mit uns ein ganzes Team von Fachleuten aus Thessaloniki und Mires. Wir werden noch darüber zu schreiben haben. Aber trotz der vielen Arbeit haben wir es natürlich nicht versäumt, die HORECA, die griechische Fachmesse für HOtel, REstaurant, CAfé, und damit natürlich unverzichtbar für uns, die zukünftigen Resort-Profis, zu besuchen. Natürlich wollten wir uns zum einen informieren über den aktuellen Stand der Hotel- und Gastronomieaustattungsindustrie, und, jawohl, auch Geschäftsbeziehungen knüpfen und Offerten einholen für die Einrichtung und Gestaltung unserer Bungalows, des Seminarraums, des Café und des Spa-Bereichs. Glücklicherweise hatten wir bereits vor langer Zeit den Tagesausflug nach Athen gebucht, sonst hätten wir ihn möglicherweise wieder abgesagt angesichts der vielen Arbeit mit unseren Bau- und Projekteingaben, aber so standen wir 10 Uhr auf dem Messegelände, nahe am Flughafen von Athen.


Zielgerichtet haben wir uns bestimmte Ausstellungsbereiche fest vorgenommen, andere ausgespart: Gleich der erste Stand in Halle 2 ist schon einmal wichtig für uns: Die Firma Miele stellt hier ihre Hotel-Waschmaschinen, -Trockner und -Bügelmaschinen vor. Für die Laien unter unseren Leserinnen und Lesern: Solche Maschinen unterscheiden sich von denjenigen, die in privaten Haushalten herumstehen, vor allem durch den Preis, das fällt gleich als erstes auf. Gar nicht einmal unbedingt durch das Fassungsvermögen, das fällt als zweites auf. Sehr wohl aber auch durch die verwendeten Materialien und die Stabilität, das fällt erst einmal gar nicht auf, aber wir hören es hier auch gleich von den Fachleuten. Und nachdem der Miele-Vertreter auch noch den Kreta-Spezialisten dazu geholt hat, wir erst einmal gemeinsam Kaffee getrunken haben, uns einig sind, dass das bei Sivas schon eine der schönsten Ecken Kretas, ja, wenn nicht Griechenlands ist, Madeleines Griechisch hochgelobt wird – und wir uns schon mal alle bei Vafis in Sivas zum Essen verabredet haben, auch wenn wir gar keine Waschmaschine kaufen, lernen wir: Solche Hotelwaschmaschinen sind nicht nur viel haltbarer, belastbarer, sondern auch sparsamer und vor allem viel schneller pro Waschgang als Haushaltsmaschinen, aber das wussten wir ja eigentlich auch schon. Die erste Offerte für Maschine, für Trockner (nicht aber für eine Bügelmaschine, denn die haben wir noch von Madeleines Mutter, und, jawohl, sie hat Hotelbedarfsqualität!) wird also zu erwarten sein. Nach einer halben Stunde verlassen wir Miele, und eine kleine zeitliche Hochrechnung macht klar, dass wir ungefähr am 23. März 2024 aus der Messe herauskommen werden, falls wir uns an allen Ständen so lange Zeit lassen. Aber wir haben ja den Rückflug für den selben Abend schon gebucht.


Zunächst bleibt es aber schwierig, unseren Rundgang wesentlich zu beschleunigen. Am nächsten Stand gibt es Geschirrspülmaschinen für den Barbereich. Es sind niedliche kleine Maschinchen, in die nur ein paar Gläser hineinpassen. Der Verkäufer will uns zeigen, warum das Sinn macht mit dem geringen Fassungsvermögen: Er malt ein paar Gläser mit Lippenstift an, stellt sie in die Maschine und die Maschine selbst an. Und er erklärt uns, wie energiesparend die Maschine ist, dafür braucht er schon ein paar Minuten, die braucht die Maschine aber auch nur für den Waschgang, und schon kann man die Gläser dampfend, aber lippenstiftfrei in tadellosem Zustand aus der Maschine herausnehmen. Wir sind nicht so ganz überzeugt von dem Produkt, vor allem, weil wir den Anteil unserer Lippenstiftgäste nicht so hoch einschätzen, aber da mögen wir uns irren. Eine Offerte werden wir jedenfalls schriftlich erhalten.

Es kommen nun ein paar Stände, an denen es Maschinen gibt, von deren Existenz wir nicht einmal etwas geahnt haben. Faszinierend finde ich eine Maschine, die Salat wäscht. Diese Maschine wird hier nicht in Aktion vorgeführt, was wir bedauern, weil wir gerne gesehen hätten, ob und, falls ja, wie die Maschine den Salat auch schleudert und wie es danach den Tomaten geht, die hier auch ausgestellt zu sehen sind. Aber wir sehen ein, dass es wichtiger für uns ist, andere Informationen einzuholen.


Wir entdecken einen Stand, an dem es alle Arten von vorstellbaren und unvorstellbaren Grilltischen gibt. Natürlich brauchen wir einen Grill. Natürlich soll es bei uns auch mal Souvlaki geben. Natürlich brauchen wir also auch einen Souvlakigrill. Es gibt hier Spezial-Souvlaki-Grills, die, das sehen wir als Profis gleich, in ihrer Kapazität über unserem realistisch zu erwartenden Bedarf liegen, die kommen also nicht wirklich in Frage. Andere Grilltische, kleinere Exemplare, weniger spezifisch auf die Souvlakibraterei ausgerichtet, machen mehr Sinn, das erkennen wir mit unseren inzwischen geübten Blicken schnell. Und es gibt glücklicherweise auch solche

Exemplare, die wir für angemessener dimensioniert halten, also sprechen wir einen Vertreter der Firma an und wollen uns mal einen Grill vorführen lassen. Natürlich fragt der Verkäufer gleich nach der Anzahl unserer Gäste bei Vollbelegung, wir erklären ihm schnell, was wir so vorhaben, und da geht der freundliche Herr doch mit uns in eine vorher gar nicht sichtbare Ecke seines Standes, das sieht hier eher nach Campingbedarf aus, scheint mir, da steht auch ein wirklich winziger kleiner Grill, auf dem doch, wie ich finde, kaum einmal eine einzige, ausgewachsene St. Galler Bratwurst Platz hätte – und dieser Verkäufer meint doch tatsächlich, der sei für unseren kleinen Betrieb absolut ausreichend. Über diese Auskunft müssen wir nun erst einmal eine Weile nachdenken und diese Information verdauen, also verlassen wir diesen Stand relativ schnell wieder.


Hotelbetten. Unsere Gäste sollen mal so richtig gut liegen können, daher müssen das gute, bequeme, wunderschöne Betten sein, nach denen sich die Gäste zurücksehnen, wenn sie wieder zuhause sind. Es gibt hier ein paar sehr schöne Exemplare, und die wollen wir uns nicht souvlakigrillmäßig kleinreden lassen: Wir wollen genau solche schönen Betten bei uns haben, und breit und lang sollen sie auch sein, damit keine Beine und Arme überhängen. Dieser Verkäufer sieht das hier alles auch so, er ist von Madeleines griechischen Sprachkenntnissen besonders begeistert, spricht deshalb auch etwas schneller und scheut nicht davor zurück, griechisches Bettenfachvokabular zu gebrauchen. Wir sitzen zu dritt an einem kleinen Tisch, es gibt Kaffee oder Wein, ab und zu kommt jemand mit einem Tablett vorbei, und wir dürfen uns feine, kleine Schnittchen aussuchen. Während Madeleine noch sozusagen bei der „Hardware“ ist, stehe ich auf und teste ein paar weiche Kissen, da gibt es tatsächlich solche Kissen, die fühlen sich einfach wunderbar an, da möchte man seinen Kopf gleich vergraben und kann sich nur wohlfühlen. Die müssen wir unbedingt haben, das sage ich Madeleine auch gleich. Die Sache hier zieht sich etwas hin, Madeleine muss ziemlich viele Angaben machen, der Verkäufer notiert das alles, lobt noch einmal Madeleines Aussprache, Madeleine fragt mich zwischendurch nach ein paar Vokabeln – aber wie soll ich die wissen, wenn Madeleine sie nicht weiß. Schließlich stehen wir auf, lassen unsere Visitenkarten da, verabschieden uns herzlich und der Verkäufer wirkt sehr zufrieden. Eine Restunsicherheit bleibt bei uns wegen der Vokabeln, die wir nicht haben entschlüsseln können, und möglicherweise stehen bei unserer Rückkehr nach Kreta nun 24 Hotelbetten mit Kopfkissen auf unserer Wiese, diesem Problem wollen wir uns aber erst stellen, wenn es tatsächlich sichtbar entstanden ist.

Auf dieser Fachmesse kann man auch sehr spezifische Fachfragen beantwortet bekommen. Die haben wir natürlich auch. Zum Beispiel: Zu unseren geplanten Bungalowhoteltürschlössern. Während ja in „normalen“ Hotels solche Türschlösser üblicherweise innen angebracht werden, vom Hotelflur aus zu entschließen sind, werden unsere Schlösser an den Bungalows außen, sozusagen „outdoor“ angebracht. Für den Fall, dass es doch mal regnet, stellt sich die Frage: Funktionieren diese Systeme auch dann, wenn die Schlösser nass werden oder müssen unsere Gäste damit rechnen, dann im Regen stehen gelassen zu werden? - Hier auf der Messe gibt es Hotelschließanlagenfirmen mit Fachleuten, die werden uns solche Fachfragen beantworten können, denken wir uns. Tatsächlich wird diese Frage dann schon sichtbar beantwortet, bevor wir sie überhaupt stellen können, ausnahmsweise können wir mal auf Madeleines Griechischkenntnisse verzichten und denken für die nächsten Minuten noch ein bisschen über Unterwasserhotels nach.

Wir informieren uns dann noch über die Nachteile von Bambusanteilen in Handtüchern unter ökologischen Aspekten, reservieren einen Termin für die Vorführung eines Kochvollautomaten in Heraklion (mit Geschmacksbeispielen), testen alkoholfreie Biere mit Apfelsaftgeschmack, enträtseln Hotelschilderpiktogramme, probieren ein Überwachungskameracockpit aus, kaufen einen schwarzen Mercedes-Bus mit 9 Sitzen, Dach zum Abnehmen und goldenen Felgen dann doch nicht, hören einen Vortrag auf griechisch über die Problematik des Säuregehaltes bei Cocktailobst oder so ähnlich, verwerfen das Angebot für ein Sortiment von Palmen für unsere Hoteleinfahrt, scheitern bei dem Versuch, eine angeblich intuitiv zu bedienende Kaffeekapselmaschine in Funktion zu setzen – und wir suchen uns schon mal die schönste Hotelfachkleidung aus, die wir bestimmt nicht anziehen werden.


Und am Abend kommen wir wieder zuhause an. Da ist schon die Nachricht des Vertreters da: Er sei bald in der Gegend, ob wir denn vielleicht schon bald die Geschirrspülmaschine geliefert haben wollen…?

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