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Landschafts-Planung

Aktualisiert: 25. Nov. 2021

Wann ist ein Baubeginn ein Baubeginn? Mit den ersten erkennbaren Veränderungen auf dem Grundstück? Mit dem ersten Spatenstich? Mit dem Guss des ersten Betonfundaments? Mit dem zweiten Stein, der auf einen ersten Stein gestellt wird? - Wir haben schon allerhand Steine auf allerhand Steine gestellt und auch schon ein paar Male versucht, mit einem Spaten in unseren harten Boden zu stechen: So gesehen, ist der Baubeginn also eigentlich längst erfolgt, auch wenn Fortschritte, objektiv von außen betrachtet, in Richtung einer Fertigstellung unserer Resortanlage noch nicht wirklich sichtbar sind, das müssen wir zugeben.

Während Vasili und wir also Offerten einholen für unseren Bau, sprechen wir auch mal gemeinsam mit einem Gartenbauer. Natürlich haben wir schon Pläne, wie das mal aussehen soll, und wo das mal wie aussehen soll. Und, ganz grundsätzlich, geht es darum, wie wir unsere gesamte Anlage schön, ortstypisch, natürlich, gepflegt gestalten: Damit sich unsere Gäste wohlfühlen, kretisch leben. Dass sie ihre eigenen kleinen Gärtchen vor den Bungalows erhalten. Und dass sie sich auf vielen kleinen Wege durch botanische Erlebniswelten bewegen können, gewissermaßen. Es geht aber natürlich auch darum, dass unsere alten und jüngeren Olivenbäume gepflegt werden, dass wir die Gewächse, die es auf unserem Grundstück schon gibt, möglichst behalten wollen, schon gar, wenn es sich, wie wir lernen, um solche Gewächse handelt, die ortstypisch, aber durchaus selten geworden sind. Wildbirnen haben wir beispielsweise. Wildbirnen. Die stehen aber mitunter dort, wo eigentlich mal Bungalows stehen sollen, also wollen wir sie versetzen lassen. Und wir müssen langfristig planen: Pünktlich zur Eröffnung unseres Resort soll es ja grünen und blühen und wachsen überall, da wollen wir keine mickrigen Gewächse stehen haben, keine kahlen Bäume, keine knapp gestutzten Büsche. Also müssen wir jetzt pflegen und zurechtschneiden, was da wächst, damit es dann üppiger aussieht, wenn unsere ersten Gäste anreisen.

Giannis bewirbt sich um den Auftrag, die Gestaltung der Landschaft mal zu übernehmen. Wir treffen uns mit ihm auf unserem Grundstück, wir sehen uns dann bei ihm in Matala Pflanzen in unterschiedlichen Stadien ihres Wachstums an, die er uns empfiehlt. Giannis kommt dann später auch noch mit ein paar Musterexemplaren auf seinem Pick-up zum Büro unseres Ingenieurs nach Mires gefahren, und wir bauen schnell vor dem Büro eine Pflanzenreihe auf, lernen Preise in ihrer Relation zur Größe kennen. Das finden natürlich auch der Besitzer des Weinanbaubedarfladens von nebenan und eigentlich alle Büromitarbeiter interessant, und so ist da ordentlich etwas los auf der Straße in Mires.

Die Idee, schon mal mit der Pflege der Pflanzen zu beginnen, die sich schon auf dem Grundstück befinden, damit die Pflanzen dann noch ordentlich wachsen können, überzeugt uns; mit der Offerte sind wir einverstanden, und wir besiegeln den Baubeginn am Montag mit einem kräftigen Handschlag. Vasili, coronamäßig besorgt, hat gleich die passende Handdesinfektion parat, das muss also alles gut gehen.

Am Montag erscheint Giannis mit zwei Mitarbeitern und dann geht das schon mal los mit der Olivenbaumpflege. Die Männer legen sich ordentlich ins Zeug.

Die Katzen Luke, Sky, Walker und Gudu, die Nachfahren der Balkonkatze aus Kapariana, die wir auf unserem Grundstück angesiedelt haben und die es da offenbar sehr gut aushalten, zeigen sich ein bisschen besorgt, und betrachten die Sache von einem vermeintlich sicheren Plätzchen aus eher skeptisch. Ich sehe mit

Freude, dass meine eigene Olivenbaumpflege immerhin so falsch gar nicht angelegt war, da habe ich manches richtig geahnt. Aber so fachmännisch geht das alles zügiger, ist gründlicher, wirkt durchdachter: Und so werden die Bäume nun zurecht geschnitten, damit sie später mal "buschiger" weiter wachsen.

Es wird ziemlich viel abgeschnitten, wir werden auch eine ganze Menge Brennholz haben für den Schwedenofen in unserem Café, das muss dann eben noch eine Weile lagern. Die Bäume wirken, zugegeben, etwas kahl jetzt, aber mich erschreckt das nicht eigentlich, denn ich sehe da gewissermaßen die ganze Olivenbaumkraft, die sich jetzt auf das Wachstum der Bäume konzentrieren wird: Die Bäume werden dann prächtig aussehen, wenn die ersten Gäste eintreffen.

Doch, das ist ein Baubeginn heute, das ist kein wilder Olivenhain mehr, hier wird geplant, gearbeitet, vorbereitet.

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